Geschichte Deutschland Standardwerk
Standardwerke zur Deutschen Geschichte
Sie finden hier Hinweise zu Büchern über die Deutsche Gesellschaftsgeschichte, die DDR Sozialgeschichte und die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
Deutsche Gesellschaftsgeschichte bis 1990
Die deutsche Geschichte bis 1990 d. h. ohne die explizite Darstellung der DDR Geschichte wurde vom Autor Hans Ulrich Wehler umfassend in einem Fachbuch mit 5 Bänden dargestellt:
Buchtitel: Deutsche Gesellschaftsgeschichte
Buchautor: Wehler, Hans-Ulrich
Deutsche Gesellschaftsgeschichte Band 1
Deutsche Gesellschaftsgeschichte Band 2
Deutsche Gesellschaftsgeschichte Band 3
Deutsche Gesellschaftsgeschichte Band 4
Deutsche Gesellschaftsgeschichte Band 5
Wie kann man die Geschichte von etwas erzählen, das noch nicht vergangen ist ?
Die Geschichte der Bundesrepublik ist kein abgeschlossenes Sammelgebiet, sie dauert an.
Und doch reden wir heute oft über sie, als sei sie abgeschlossen, als komme nichts mehr, nur noch die Globalisierung, die es ohnehin obsolet mache, Worte wie "Deutschland" zu verwenden.
Darum hat der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler, wenn er jetzt seine "Deutsche Gesellschaftsgeschichte" mit einem Band über die Zeit von 1949 bis 1990 abschließt, ein aufdringliches Gefühl auf seiner Seite.
Es ist das merkwürdige Gefühl eines Verlustes, ein elegisches Gefühl. Seit einiger Zeit schon ist von der "alten Bundesrepublik" die Rede, so als wisse man schon eine neue von ihr zu unterscheiden.
Die "Berliner Republik", hieß es bald nach 1989, sei etwas ganz anderes als die "Bonner". Man spricht seitdem mit einer Mischung aus Grusel und Entschlossenheit davon, dass die beruhigten Verhältnisse der alten BRD hinter uns liegen. Gemeint ist die Epoche angeblich unhinterfragter Prosperität, die bis etwa 1973 angedauert haben soll.
Sie hat das Bild dessen geprägt, was Deutschland sein möchte: zum Beispiel vollbeschäftigt, mittelstandsdominiert, konsensfreudig, sozialversichert, reiselustig, außenpolitisch sowohl westlich wie neutral.
Mit alldem, heißt es, sei es jetzt vorbei. Das kann man, zumindest was die Vollbeschäftigung angeht, schon länger so sehen. Die Frage ist nur, ob jene Makroidylle, die sozialkundliche Beschreibung der Bundesrepublik als statistische Vorbildnation, als Modellathletin der Moderne, selber je zutreffend war. Hier ist die Gesellschaftsgeschichte Wehlers aufschlussreich. Denn sie ist insofern eine sehr deutsche Gesellschaftsgeschichte, als sie das Gefühl der Unzufriedenheit der Deutschen mit sich selbst kultiviert. Einerseits leistet die Bundesrepublik allerhand an Wiederaufbau, Wiedergutmachung, Wiedervereinigung und Wohlfahrtsstaat, andererseits sucht sie ständig der Eindruck heim, dabei hinter den eigenen Erwartungen zurückzubleiben.
So beschreibt Wehler den Versuch der Bundesdeutschen nach 1945, sich von ihrer Vorgeschichte loszumachen, als halbherzig, in Vergangenheit verstrickt. Andererseits aber, so Wehler mit einer diskussionswürdigen Formulierung, sei es gerade der "Leistungsfanatismus" der Nationalsozialisten gewesen, der - "mühelos" entnazifiziert, wie Wehler schreibt - den Aufbau und das Wirtschaftswunder getragen habe. Einmal dahingestellt, ob diese Diagnose zutrifft - so grimmig dürfte die Mentalität der fünfziger Jahre noch selten bejaht worden sein.
Der Autor mag dabei an sich selbst gedacht haben, wie man überhaupt im Lob der Leistungsbereitschaft und des nationalen Willens zum Aufstieg durch Leistung seine Stimme am deutlichsten hört. Er, der Theodor Mommsens Wort vom Historiker als "politischem Pädagogen" der Nation beifällig zitiert, erteilt ihr überall dort ein "Unbefriedigend" und sieht ihre Versetzung stark gefährdet, wo sie vom Leistungsethos abweicht. Etwa 1968, als die "Oberklassenjugend" - Wehler meint die Kinder von Pfarrern und Lehrern - sich dem Protestgeschrei und dem Hedonismus verschrieb, anstatt der Sozialdemokratie jener Jahre zu folgen, der tragischen Heldin dieser Chronik.
Oder nehmen wir die soziale Ungleichheit: Wehler deutet die gesamte Geschichte der deutschen Nachkriegszeit als Versuch des wohlfahrtsstaatlichen Ausgleichs unverdient disparater Lebensumstände und des Versprechens, dass dem Tüchtigen geholfen werde. Aber die Einkommensabstände wachsen, die Klassengrenzen - Wehler kennt ein gutes Dutzend davon - verwischen sich nicht, die nivellierte Mittelstandsgesellschaft will partout nicht entstehen. Es wird nach wie vor ungleich verdient, ungleich gewohnt, ungleich erzogen, ungleich das Gesetz gebrochen und ungleich geheiratet. Wehler spricht sogar von einem "System" der Ungleichheit, ohne allerdings anzugeben, welchen Sinn, welche Funktion dieses System denn haben könnte.
Der Sinn der Geschichtsschreibung ist für ihn jedenfalls, dieses System aufzudecken. Denn die Bundesrepublik hält er durchgehend von dem Irrtum bestimmt, Wohlstand für eine Zunahme an Gleichheit zu halten und Konsum mit Freiheit zu verwechseln. "Streng hierarchisch" nennt er ihre Gesellschaftsstruktur, obwohl er zehn Sorten von Eliten kennt, die einander nichts zu befehlen haben. Doch dass es sie überhaupt gibt, vor allem aber, dass sie sich - von den katholischen Bischöfen einmal abgesehen - aufgrund familiärer Herkunft und nicht durch Leistung rekrutieren, wie Wehler meint, das streicht der politische Pädagoge durchweg rot an.
Die Geschichte der Bundesrepublik ist für Wehler insofern über weite Strecken eine Geschichte der Selbsttäuschung, eines versäumten Pensums an soziodemographischer Lektüre. Denn dort, in den ungleichen Zahlen, von der Einkommensverteilung bis zum Hochschulzugang, findet er die Substanz der Gesellschaft. Nicht das Verfassungsgericht, der Bundestag oder die Zentralbank samt Frankfurter Börse, sondern das Statistische Bundesamt ist für Wehler die Schlüsselinstitution für den, der herausfinden will, was es mit der Bundesrepublik auf sich hatte. (Das ist wohl so seit dem die Presse ihre Rolle als vierte Kraft im Staate Deutschland auch gerne mal an die Lobbyisten verkauft und der Hollywood-Boulevard immer mehr Platz im web okkupiert.)
Eine Frage, die von diesem Buch aufgeworfen wird, ist darum: Erkennen wir uns in unseren Statistiken wieder? Wird das gesellschaftliche Leben im Durchschnitt gelebt, in Prozent- und in Rangzahlen? Sobald Wehler über Politik spricht, kennt er durchaus Individuen, Leute wie Adenauer, Brandt oder Schmidt werden geradezu unter "Politische Rahmenbedingungen" behandelt, die Geschichte der Politik nach 1945 ist für ihn Kanzlergeschichte. Und auch in der Sozialwissenschaft gibt es große Männer, mit allerdings strikter Abhängigkeit dieser Größe von der Nähe zu Wehlers eigenen Gesichtspunkten - vermutlich ein Effekt des zeithistorischen Dilemmas, das der Historiker sich selber ja schlecht als wichtiges Vorkommnis der Nachkriegsgeschichte lobend erwähnen kann, obwohl es ihn gerade dazu drängt. Überall sonst aber tritt das gelebte Leben, die "Lebensführung" (Max Weber) in der Bundesrepublik hinter dem statistisch Erfassbaren zurück.
Landschaften, Ideen, Sprachentwicklung, Erziehungsstile und Ernährungsweisen, die positive wie negative Obsession durch Technik, die Eigentümlichkeiten der Verwaltung oder die Umbrüche in der Art, Firmen zu führen - all das sind keine Elemente dieser Gesellschaftsgeschichte. Mit Habermas möchte man sagen: Bei Wehler haben nur Systeme eine Geschichte, aber die Lebenswelten keine. Wie das Land aussieht und wie es aussah, bevor es zugebaut wurde, könnte man aus dieser Chronik so wenig rekonstruieren wie die Inhalte seiner Schulbücher, den Wandel seiner Radioprogramme oder die wechselnden Schaufensterdekorationen seiner Kaufhäuser. Manchmal denkt man beim Lesen: Das alles hätte mit Hilfe einer guten amerikanischen Universitätsbibliothek auch ein begabter Grönländer schreiben können.
Nicht, dass die Geschichtsschreibung aus solcher Distanz falsch würde. Sie wirkt nur seltsam halbiert, wenn ausgerechnet die Zeitgeschichte vorgetragen wird, als sei Deutschland diesseits der Sozialstatistik und der Institutionen tatsächlich längst vergangen oder nicht wichtig gewesen oder allenfalls ein subjektiver Eindruck, den sich der Wissenschaftler verbieten muss.
Das führt auf das Problem, welchen Anteil Erinnerung an Geschichtsschreibung haben kann.
Wird man die Frage, was die Bundesrepublik war, was sie ist und ob sie noch ist, was sie war, ohne solche Erinnerung beantworten können?
Wäre es nicht gerade der eine große Vorteil der Zeitgeschichte gegenüber allen anderen Formen von Historie, über solche Erinnerungen zu verfügen?
Immerhin reden wir über unsere Zeit, und auch dieses Possessivpronomens wegen interessiert uns die deutsche Gesellschaftsgeschichte mehr als eine von Dänemark oder Marokko. Der Kulturanthropologe Clifford Geertz hat einmal gesagt, man müsse Büchern über ferne Stämme anmerken, dass der Ethnograph wirklich dortgewesen sei.
Das gilt auch für Bücher über die uns allernächsten Stämme.
Für wen ist die "Deutsche Gesellschaftsgeschichte" als Geschenk geeignet ?
Für Studenten der Geschichte auf Lehramt und/oder Studenten der Sozialwissenschaft ist die "Deutsche Gesellschaftsgeschichte" als Geschenk für höhere Semester geeignet.
Die Bibliotheken von Gymnasien oder Privatschulen freuen sich über ein Geschenk dieser Art besonders.
Dort können die "Deutsche Gesellschaftsgeschichte" auch besonders viele Leute nutzen.
Mittelständischen Unternehmern bietet sich die Möglichkeit hier auch mit kleinem Etat als Sponsor/Mäzen im Schulbereich tätig zu werden.
Linksammlung zur "Deutschen Gesellschaftsgeschichte"
Prof. Hans Ulrich Wehler bei wikipedia
Prof. Hans Ulrich Wehler Hompage Universität Bielefeld
Prof. Hans Ulrich Wehler zu Thilo Sarazin "Deutschland schafft sich ab"
... und zum Islam in Deutschland
Hans Ulrich Wehler amazon Bücherliste
Die Sozialgeschichte der DDR
Arnd Bauerkämper Die Sozialgeschichte der DDR
Pressestimmen zu "Die Sozialgeschichte der DDR" von Arnd Bauerkämper
"Insgesamt bietet Bauerkämper einen komprimierten Überblick auf sehr hohem Niveau, der sich sowohl als Einstieg in das Thema der DDR-Sozialgeschichte als auch als Nachschlagewerk der zentralen Forschungsfragen eignet." NW in: Zeitschrift für Politikwissenschaft 4/05 "Im Gegensatz zu anderen EdG-Bänden ist es Bauerkämper gelungen, die beiden ersten Teile seines Bandes klar voneinander zu trennen. Darüber hinaus bietet er dem Leser einen breiten Überblick über die bisher erschienene relevante Forschungsliteratur. Insgesamt handelt es sich also um einen sehr gelungenen Band aus der Reihe, der nicht nur jedem Studenten als Einstiegslektüre wärmstens empfohlen werden kann."
Golo Mann Die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Golo Mann Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Zitat rezension amazon
Immer wieder auch kommt im Buch der dialektische, im besten Sinn erhabene Philosoph zum Vorschein, was das Lesen der über eintausend Seiten umso angenehmer werden lässt, da mit der Vorstellung der einzelnen Epochen auch immer eine differenzierte, vielseitige und zuweilen auch ironisierende Interpretation einhergeht. Bemerkenswert sind auch Manns immer wieder von neuem verblüffende Spezialkenntnisse, die häufig weit über die in ihrem Anspruch eher begrenzten Abhandlungen anderer Historiker hinausgehen. Ebenso augenfällig ist auch die unübersehbare Zuneigung Golo Manns zu seinem Land und dessen unvergleichlichen geistig-kulturellen Errungenschaften, zu den Deutschen an sich, Volk der Dichter und Denker, und zur schönen deutschen Sprache, ja auch zu den sich immer wieder erneuernden Möglichkeiten seiner Heimat, die ihn zu Zeiten des nationalsozialistischen Umtriebs mit so tiefer Abscheu erfüllt hatte.
Mehrere interessante Zwischenbetrachtungen resümieren und verdichten die dargestellten Ereignisse und Entwicklungen, und verlagern ihren Schwerpunkt vornehmlich auf die Beschreibung von Hintergründen für bestimmtes Handeln herausragender Repräsentanten der jeweiligen Epoche. Auch sehr aufschlussreich!
Kurzum - es handelt sich im Ganzen um eine großartige Zusammenstellung der bewegten und vor allem bewegenden Geschehnisse der letzten zweihundert Jahre. Ich möchte dieses Buch jedem Geschichtsinteressierten ans Herz legen, der sich beispielsweise mit den Voraussetzungen zur Entstehung des Dritten Reiches und der damit verbundenen "Machtergreifung" Hitlers befassen will. Golo Mann gewährt tiefgehende Einblicke in das Zustandekommen dieses totalitären Systems auf deutschem Boden, genährt und legitimiert vom blinden Glauben eines demagogisierten Volkes. Im Grunde genommen, zumindest sehe ich dies rückbetrachtend so, läuft die gesamte Deutsche Geschichte, die Mann bis zum Jahre 1933 erzählt, auf diesen Tiefpunkt und die von ihm ausgehenden Schatten hinaus ...
Andere Quellen für den Einkauf von Büchern zur Geschichte
Bei Mail Order Kaiser findet man Bücher und Filme über die DDR zu günstigen Preisen.
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